Marco Blaauw
Trompete
Seit über 30 Jahren tritt Marco Blaauw als Trompetensolist mit dem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik auf. Als Solist und Mitglied des Ensembles Musikfabrik steht er an der Spitze musikalischer Neuerungen, erforscht und entwickelt sein Instrument und die Spieltechniken weiter, arbeitet in enger Zusammenarbeit mit etablierten und jungen Komponisten an neuem Repertoire und spannenden Aufführungsformaten.
Seine Engagements führten den in den Niederlanden geborenen Musiker in die ganze Welt, wo er als Solist mit großen Orchestern auftrat. Seine Arbeit wurde bei bedeutenden Theater- und Musikfestivals aufgeführt und ist auf sechs Soloalben sowie zahlreichen Rundfunk-, CD- und Videoaufnahmen dokumentiert. Neben seiner Tätigkeit als Interpret ist Blaauw in vielen anderen Bereichen aktiv, unter anderem als Kurator, engagierter Pädagoge, Komponist, Produzent und Forscher.
Blaauw initiierte und leitet „The Monochrome Project“, ein achtköpfiges Trompetenensemble, das mit langen Formaten experimentiert, um die Erfahrung des Hörens und der Verschmelzung mit Klang zu vertiefen. 2016 startete er sein Forschungsprojekt „Global Breath“, mit dem er seine Leidenschaft für die Trompete in neue Bereiche des Wissens und der Aufführungspraxis führt. Seine Arbeit reflektiert die gemeinsame menschliche Verbindung im Klang der Trompete.
Seit 2026 ist Blaauw künstlerischer Leiter des Tiroler Festivals für Neue Musik Klangspuren Schwaz.
2026 brachte er das Werk Trompe-oreille von Georges Aperghis beim Festivals Présence (Radio France) in Paris und Milano Musica in Mailand zur Ur- und Erstaufführung. Weitere Aufführungen finden 2026 beim Festival Musica Strasbourg und am Megaron Athen statt. Beim Lucerne Festival 2026 hebt er das neue Werk Tongue of the Land der australischen Komponistin Liza Lim, welches sie für das außergewöhnliche keltische Blasinstrument Carnyx schreibt, mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) und Elim Chan, aus der Taufe. Dessen deutsche Erstaufführung spielt er im Juni 2027 im Rahmen von Musica Viva des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal München.
Blaauws Arbeit wurde u.a. ausgezeichnet mit dem polnischen Orpheus-Preis, dem Karel de Grote Oeuvreprijs der Stadt Nijmegen, dem Karl-Sczuka-Preis des SWR und zuletzt mit dem Ars Acustica Palma der EBU. Förderungen u.a. der Ernst von Siemens Musikstiftung, des Musikfonds, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW, der Societé Gavigniés und der Kunststiftung NRW unterstützten seine Arbeit.
29. August 2026, 18:30 Uhr, Lucerne Festival, KKL Luzern
Programm: Mark Andre über für Klarinette, Orchester und Live-Elektronik, Liza Lim Tongue of the Land - Konzert für Orchester mit Carnyx (Uraufführung), John Adams Doctor Atomic Symphony für Orchester
Mitwirkende: Lucerne Festival Contemporary Orchestra, Elim Chan (Dirigentin), Jörg Widmann (Klarinette), Marco Blaauw (Trompete), Experimentalstudio des SWR Freiburg
30. September 2026, 19:00 Uhr, Festival Musica Strasbourg, Salle de la Bourse
Programm: Georges Aperghis Obstinate, Georges Aperghis Black Light, Georges Aperghis Trompe-oreille
Mitwirkende: Marco Blaauw (Trompete), Florentin Ginot (Kontrabass), Dionysios Papanikolaoub (Ircam Elektronik)
MOVING PICTURE (946-3) Kyoto Version
Moving Picture (946-3), Kyoto Version lotet die Tiefen einer gemeinsamen Sprache zwischen Malerei und Musik aus und untersucht, wie jedes der Medien unsere sensorische Erfahrung des anderen beeinflussen kann. Die Zusammenarbeit zwischen Gerhard Richter und Corinna Belz baut auf einem gemeinsamen Interesse an der Beziehung zwischen Kunst und Musik auf. Im Jahr 2018 begannen Richter und Belz mit der Entwicklung eines 35-minütigen abstrakten Films, der auf der algorithmischen Verarbeitung von Richters abstraktem Gemälde (946-3) basiert. Marco Blaauw, der Gerhard Richter von dessen Engagement für die Musikfabrik/Köln kannte, stiftete die Zusammenarbeit mit Rebecca Saunders. Fasziniert von diesem Stummfilm, der auf Richters Konzept jener Serialität basiert, die er als Formel erstmals in seinem „Pattern“ Buch (2011) durchgespielt hatte, schrieb Saunders eine Komposition für Trompete in Zusammenarbeit mit Blaauw.
Das Ergebnis ist eine filmische Reise durch ein abstraktes Gemälde von Gerhard Richter. Auf völlig ungewohnte Weise kommunizieren hier Bild und Musik im Rhythmus einer ausgefeilten Komposition von Rebecca Saunders und erzeugen ein geradezu halluzinatorisches Kunsterlebnis.
Ein Film von Gerhard Richter und Corinna Belz
Komposition von Rebecca Saunders
Besetzung:
Marco Blaauw (Trompete)
Sebastian Schottke (Sound Design)
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Georges Aperghis : Trompe-oreille
Aus den Klängen der Trompete, aus den Klängen des menschlichen Atems, aus Atemzügen, die zu Geräuschen werden, aus Geräuschen, die als Schreie immer deutlicher hervortreten, kommt die Antwort aus der Elektronik, die denselben Weg nimmt und sich ihrerseits in die Schreie wilder Tiere verwandelt. Ein Dialog zwischen Mensch und Tier entsteht. Der Trompeter, allein auf der Bühne, ist von Lautsprechern umgeben, die einen Dschungel aus Klängen erzeugen. Kann er die Dinge beruhigen? Kann er den Austausch milder gestalten?
Georges Aperghis
Zusätzlich mögliches Repertoire für ein vollständiges Konzertprogramm:
Liza Lim Wild Winged One für Trompete solo (9′)
Liza Lim Roda, the living circle für Trompete solo (10′)
Liza Lim Shallow Grave für Keramikhorn und F-Trompete solo (9′)
Rebecca Saunders Blaauw für Doppelglocken-Trompete solo (9′)
Rebecca Saunders Unsaid für Klavier solo (4′)
Rebecca Saunders White für Doppelglocken-Trompete solo (15′)
Georges Aperghis Heart-Blowing für Blechbläserquintett: 2 Trompeten, Horn, Posaune, Tuba (30′)
Besetzung:
Marco Blaauw (Trompete)
Dionysios Papanikolaou (Elektronik IRCAM)
Sylvain Cadars (Klangregie / Tonregie IRCAM)
Programm:
Georges Aperghis Trompe-oreille – neue Komposition für Trompete & Elektronik (Neues Auftragswerk von Radio France / IRCAM – Centre Pompidou – Uraufführung am 31. Januar 2026)
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Fotos:
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Website:
Marco Blaauw Website
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