The Present

Vokalensemble

Hanna Herfurtner ׀ Olivia Stahn ׀ Ida Aldrian ׀ Amélie Saadia ׀ Mirko Ludwig ׀ Tim Karweick ׀ Hiroshi Amako ׀ Felix Schwandtke ׀ Martin Gerke

Das Konzept des solistischen Vokalensembles THE PRESENT ist es, Alte und Neue Musik miteinander zu verschränken, um sowohl die eine als auch die andere neu hörbar zu machen und unerwartete Verbindungen zum Klingen zu bringen. Perspektivisch neugierig auf performative Formen, setzt sich das Ensemble aus Solist*innen, Musiktheaterdarsteller*innen und Expert*innen für Barock- und zeitgenössische Musik zusammen, die die Freude am gemeinsamen Klang und das Interesse am Experiment eint. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der konzeptuellen Gestaltung der Konzertprogramme.

Das Ensemble gründete sich anlässlich der Uraufführung von Tre Volti, einer Oper von Annette Schlünz, bei den SWR Festspielen in Schwetzingen 2017. Es folgte ein Engagement an der Staatsoper Berlin für die Tanztheater-Performance A Monteverdi Project von Saar Magal im Rahmen der ersten Barocktage Berlin.

2019 kehrte THE PRESENT mit einem von Publikum und Presse gefeierten Konzertprogramm zu den Schwetzinger SWR Festspielen zurück. In Die Wahrheit und das Leben werden Luciano Berios A-Ronne für acht Stimmen und Motteten J. S. Bachs nahtlos miteinander verzahnt.

Für 2020 war das Ensemble u. a. eingeladen, bei den Bregenzer Festspielen ein Wandelkonzert mit Neuer Musik und frühbarocken Madrigalen zu gestalten, dort in fünfköpfiger Besetzung und mit Lee Santana an der Theorbe. Dieses Konzert wurde auf August 2021 verschoben. Doch mit dem Abend Vocal distancing: Jetzt live! ist THE PRESENT bereits bei den Festtagen in Bregenz 2020 zu Gast.

In der Saison 2020/21 wird das Vokalensemble u. a. auf Einladung der Internationalen Paul-Hofhaymer-Gesellschaft in Salzburg eine Variante des Berio-Programms mit a capella musizierter frühbarocker Musik und bei den Schwetzinger SWR Festspielen das neue Programm Tracks of Perception – eine Neudeutung des Formats Marienvesper mit Werken von Chiara Margarita Cozzolani, Hildegard Westerkamp, Michèle Bokanowsky und Catherine Lamb zu Gehör bringen.

Im Rahmen des Reload-Stipendiums wird THE PRESENT von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

18. Oktober 2020, 19:30 Uhr, Künstlerhaus Salzburg

Programm: Luciano Berio A-Ronne sowie Musik der Renaissance und des Frühbarock

Mitwirkende:
The Present: Hanna Herfurtner (Sopran), Olivia Stahn ​(Sopran), Ida Aldrian (Alt), Amélie Saadia (Alt), Tim Karweik (Tenor), Hiroshi Amako (Tenor), Felix Schwandtke (Bass), Martin Gerke (Bass)

A theatre for the ears – Ein Abend ohne Pause für acht SängerInnen mit Madrigalen aus Frühbarock und Renaissance, verschränkt mit A-Ronne von Luciano Berio

Acht Menschen, sieben Sprachen, treffen aufeinander. Sie ringen um Worte. Sie ringen mit Worten. Sie zitieren die Bibel und Goethe, der Faust die Bibel übersetzen lässt. Es wird gesprochen, geflüstert, gestottert, geliebt, gelehrt, gelacht. Eine Art Madrigal taucht auf. Später werden barocke Koloraturen exerziert. Ursprünglich für eine Radioübertragung geschrieben, steht A-Ronne in der Tradition des späten Madrigals des 16. Jahrhunderts. Kurz bevor Claudio Monteverdi mit L’Orfeo der Musikgeschichte eine entscheidende neue Wendung gab, waren die mehrstimmigen Madrigale die beliebteste Gattung ihrer Zeit und Spielwiese für ihre Komponisten. In Vecchis Madrigalkomödie L’Amfiparnaso gibt es noch keine sichtbare Szenerie und keine Solisten, aber dennoch äußerst klar umrissene Figuren der Commedia dell’Arte, von denen jede fünfstimmig liebt, schimpft, intrigiert, spottet. Die Musik von Gesualdo, Vecchi, Gabrieli, Monteverdi und Zeitgenossen verschränken wir mit A-Ronne von Luciano Berio und schlagen eine Brücke von der frühen Blütezeit des Ensemblegesangs bis in die Gegenwart.

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Besetzung:

Vokalensemble „The Present“:
Hanna Herfurtner, Olivia Stahn (Sopran)
Ida Aldrian, Amélie Saadia (Alt)
Mirko Ludwig, Tim Karweick (Tenor)
Felix Schwandtke, Martin Gerke (Bass)


Die Wahrheit und das Leben – Ein Abend ohne Pause für acht SängerInnen und Continuo, A-Ronne verschränkt mit vier achtstimmigen Motetten von J.S. Bach

Acht Menschen, sieben Sprachen, treffen aufeinander. Sie ringen um Worte. Sie ringen mit Worten. Sie zitieren die Bibel und Goethe, der Faust die Bibel übersetzen lässt. Es wird gesprochen, geflüstert, gestottert, geliebt, gelehrt, gelacht. Eine Art Madrigal taucht auf. Später werden barocke Koloraturen exerziert. Mittendrin treffen diese Menschen in Bachs Motetten zusammen. Bach scheint klar und logisch, seine Schönheit ist berauschend, die musikalische Qualität über jede Kritik erhaben. Berio und Bach bilden einen reizvollen Kontrast zueinander, vor allem dadurch, dass Bach, obgleich seine Musik knapp 300 Jahre alt, uns so sehr vertraut ist, und Berio doch eher fremd, obwohl seine Musik vergleichsweise jung ist. Die Vergangenheit, die Tradition, und das Vertraute scheint auf das Neue, das scheinbar Chaotische, das Spielerische, und beleuchtet es von einem weiteren Blickwinkel. Aber das gilt natürlich auch umgekehrt.

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Zurück zur Natur – Metamorphosen

Die Suche und die Sehnsucht nach einem Ort, wo Mensch und Natur im Einklang sind, sind so alt wie die Menschheitsgeschichte und in Zeiten des Klimawandels dringlicher denn je. Ob im Paradies, in Arkadien oder den elysischen Gärten ist die Natur dem Menschen freiwillig untertan – die Tiere sind zahm, das Klima frühlingshaft, das Essen wächst ihm buchstäblich in den Mund. Alle Bewohner dieser Inseln der Glückseligen leben in heiterer Harmonie zusammen, ihre Lust kennt keine Sünde und die Götter sind ihnen hold. Auf den zweiten Blick sehen wir aber, dass es eigentlich immer einen Haken gibt. Aus dem Paradies kann man vertrieben werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Die friedliche Natur, nach der wir uns sehnen ist ein knappes Gut und reicht wahrscheinlich nicht für alle. Ganz aktuell sind wir wieder auf diese Fragestellungen zurückgeworfen: Wieviel unserer mühsam erkämpften Bequemlichkeit sind wir bereit aufzugeben? Wie können wir mit diesem Planeten zusammenleben, ohne dass der eine den anderen umbringt?

Detailliertes Programm:

Cipriano di Rore O Sonno
Wolfgang Heiniger Tombola
Antoine Gardane Je cherche autant amour
Catherine Lamb Pulse/Shade
Claudio Monteverdi Zefiro torna
Lucia Ronchetti Blumenstudien
Luca Marenzio Scaldava il sol
Clement Janequin Le chant des oiseaux
Carlo Gesualdo S´io non miro  
Sidney Corbett Madrigales
Luca Marenzio Basciami mille, mille volte
Teddy Reno Baciami tre volte

Besetzung:

Vokalensemble „The Present“:
Hanna Herfurtner, Olivia Stahn (Sopran)
Ida Aldrian, Amélie Saadia (Alt)
Tim Karweick (Tenor)
Felix Schwandtke (Bass)

Lee Santana (Laute)


DAS FEST DER SINGENDEN HUNDE – Das Kinderkonzert von The Present mit einem Text von Rudolf Herfurtner

Kuckuck, Uhu, Katze und Esel bilden zusammen ein tierisches Quintett. Zumindest würden sie das gerne, denn es fehlt ihnen noch ein Tenor. Da trifft es sich, dass ihnen auf einer Lichtung ein kleiner Hund zuläuft, der nicht nur eine schöne Stimme, sondern auch einen großen Traum hat. Er möchte zum Fest der singenden Hunde…
Das Stück Instinkt von Carola Bauckholt zieht sich als roter Faden durch das Programm. Die Komponistin hat 2007 aus Transkriptionen von Singhunden dieses Werk geschrieben. Um die zeitgenössische Musik Kindern zugänglich zu machen, wird es durchwoben mit allerlei tierischer Musik aus der frühen Musikgeschichte. Die Vorlage für das tierische Quintett lieferte beispielsweise ein Madrigal von Adriano Banchieri: il contrappunto bestiale alle mente, bei dem ebenfalls Tierstimmen nachgeahmt werden und das mit einem neuen Text zum Schlager beim großen Hundekonzert wird. The Present führt erzählend und singend durch die Geschichte des renommierten Kinderbuchautors Rudolf Herfurtner.

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DURCH DEN GARTEN MIT… Ein Abend über Sehnsuchtsorte mit Musik aus vier Jahrhunderten für fünf Sänger*innen und Theorbe

Poliphilo, dem liebeskranken Helden des 1499 erschienenen Romans Hypnerotomachia Poliphili von Francesco Colonna, entfaltet sich im Schlaf eine utopische Welt: Ein fantastischer Garten, der nur gutes Wetter kennt, nicht zu heiß und nicht zu kalt, keine Wolke am Himmel, ausreichend Schatten und stets ein laues Lüftchen, niemals Regen, dennoch gedeihende Pflanzen im Übermaß, brave und bezaubernde Tiere, lieblich plätschernde Wasser, Architektur in Vollendung zur Kontemplation, und die geistig und körperlich anregende Gesellschaft von sowohl gebildeten als auch blendend aussehenden und ihm stets zugetanen Musen und Nymphen – Arkadien! Wir begeben uns mit Poliphilo auf die Reise durch seinen Traumgarten, auf die Suche nach der großen Liebe, stets begleitet von der Sehnsucht nach vergangenen goldenen Zeiten. Unterwegs lassen wir uns begleiten, durchwehen, beplätschern, mitreißen und einheizen von Claudio Monteverdi, Lucia Ronchetti und Carlo Gesualdo, Giaches de Wert, Luca Marenzio, Teddy Reno und Maddalena Casulana. Gerne bereisen wir auch gemeinsam mit dem Publikum die sich anbietenden Räume und kreieren so eine maßgeschneiderte akustische tour de jardin.

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Audiomitschnitte:

Ausschnitt aus Johann Sebastian Bach: Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf


Ausschnitt aus Luciano Berio: A-ronne


Fotos:

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